Statement

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«Organisieren wir den Widerstand von unten - gegen die Stadt der Reichen!»

WASSERSTRASSE

Wir als Bewohner*innen der Wasserstrasse 21-39 begrüssen die «Stadt
selber machen»-Initiative und möchten an dieser Stelle auch einige Worte
dazu beisteuern:

Die Häuser an der Wasserstrasse 21-37 sind nach einem jahrelangen Kampf
gegen den Abriss in eine Genossenschaft überführt worden (um die Nr. 39
wird weiter gekämpft). Seit 2013 verwalten wir die Häuser selber. Das
bedeutet unter anderem, dass die Mieten hier noch bezahlbar sind,
Reparaturen und Renovationen in Eigenregie durchgeführt werden und alle
Bewohner*innen in gleichem Masse mitbestimmen können. Das Ziel war und
ist eine grösstmögliche Autonomie von den Zwängen des kapitalistischen
Immobilienmarkts, in dem Verdrängungsprozesse an der Tagesordnung
stehen. Doch sollten wir dabei nicht stehen bleiben! Mindestens ebenso
wichtig ist das Anstreben eines diskriminierungsfreien Miteinanders –
ohne Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie andere
Formen der Unterdrückung.

Die städtischen Autoritäten und private Investor*innen arbeiten
beständig am Ausverkauf der Stadt, was für viele Menschen die Luft zum
Atmen dünner macht. Es wird daher in der kommenden Zeit umso wichtiger,
widerständige, selbst organisierte Orte zu schaffen, sie im Quartier zu
verankern und zu verteidigen, wenn sie unter Beschuss geraten. Wir
begrüssen daher ausdrücklich jede Bemühung solche Räume zu schaffen,
sofern sie auf den Prinzipien der Solidarität, der Hierarchielosigkeit
und der Selbstverwaltung beruht.

Orte wie die Wasserstrasse sollten aber nicht allein als Rückzugs- und
Schutzorte dienen – quasi als Oasen in einem Quartier, aus dem Menschen
mit geringem Einkommen und andere Prekarisierte nach und nach verdrängt
werden.

Sie sollten Ausgangspunkt von Kämpfen gegen eben diese Entwicklung sein.
Denn Gesetzesänderungen durch Initiativen können letztlich nur
oberflächliche Veränderungen bewirken: Solange Wohnraum eine Ware ist
und aus diesem grundlegenden menschlichen Bedürfnis Profit geschlagen
wird, werden weder die Quartiere von ihren Bewohner*innen selber
gestaltet, noch werden die zahlreichen Verdrängungsmechanismen
aufgehalten werden können.

Deshalb: Organisieren wir den Widerstand von unten - gegen die Stadt der Reichen!