Statement

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«Für ein Recht auf Wohnen – für ein Recht auf Stadt»

NETZWERK WOHNUNGSNOT

Es darf nicht sein, dass ich als Alleinerziehende mehr als die Hälfte des Geldes,

das wir Monatlich zur Verfügung haben, an unsere Miete zahlen muss.

 

Es darf nicht sein, dass ich mit meinen 70 Jahren aus der Stadt in eine völlig neue Umgebung ziehen muss, weil ich nach der Sanierung meiner Wohnung hier nichts mehr Leistbares finde.

 

Es darf nicht sein, dass mich meine Wohnkosten in die Schuldenspirale treiben.

 

Es kann nicht sein, dass ich als Kunstschaffender in Zwischennutzungen

nur noch kurzfristig und ohne Planungssicherheiten einen Platz zum Arbeiten finde.  

 

Es darf nicht sein, dass unsere Familie dieses Quartier über Jahrzehnte geprägt hat

und jetzt plötzlich von hier an den Stadtrand verdrängt wird.

 

Es darf nicht sein, dass ich als Mensch mit psychischen Problemen

seit drei Jahren auf der Strasse lebe.

 

Es darf nicht sein, dass ich mir als junger Mensch in Ausbildung hier die Mieten

nicht leisten kann und in der Zwischenlösung keinen Anspruch auf das Mietrecht habe.

 

Es darf nicht sein, dass ich mich für eine solidarische Nachbarschaft und gemeinschaftliches Wohnen engagiere, aber uns konsequent Raum abgesprochen wird.

 

Mit diesem Schreiben folgt das «Netzwerk Wohnungsnot» dem Aufruf für einen Aktionstag für das Recht auf Stadt am 20.10. Es fordert weiterhin, dass Aufwertungsprozesse in Quartieren mit Massnahmen ausgeglichen werden, welche die Heterogenität der bisherigen Stadtbewohner_innen schützt und besonders ökonomisch weniger starke Bevölkerungsschichten vor Ausschluss bewahrt. Politik und Gesellschaft muss Raum für innovative, generationenübergreifende Wohnformen schaffen und aktiv gemeinnütziges Wohnen fördern. Nachbarschaftlichkeit ist ein soziales Gut und Fundament für eine gesunde gesellschaftliche Basis. Ihre Zusammensetzung kann nicht grundlegend von einem angeheizten Markt abhängig bleiben – denn damit werden Ausschlüsse hingenommen und zusätzliche produziert, sowie Schnittpunkte für Begegnung und gesellschaftliche Dialoge eingeschränkt.

 

Für ein Recht auf Wohnen, für ein Recht auf Stadt! 


Netzwerk Wohnungsnot Das «Netzwerk Wohnungsnot» ist ein offener Zusammenschluss von verschiedenen sozialen Institutionen im Bereich Armutsbekämpfung und Selbsthilfe, sowie Nachbarschaften und Einzelpersonen, die von Massenkündigungen bedroht sind.